Aussagen wie umweltfreundlich, grün, klimaneutral oder nachhaltig klingen gut, sagen aber ohne Kontext wenig aus. Frage nach der messbaren Einheit und dem Zeitraum: Prozent Recyclinganteil, Gramm CO2e pro Nutzung, Liter Wasser über den gesamten Lebenszyklus. Kläre, ob es um das Produkt, die Lieferung oder das Unternehmen geht. Unterscheide Einsparungen durch Prozessverbesserungen von reinen Kompensationen. Prüfe, ob die Behauptung sich auf eine konkrete Materialcharge bezieht. Je präziser die Formulierung, desto leichter lässt sich Wahrhaftigkeit einschätzen.
Solide Aussagen sind verlinkt zu Studien, Zertifikaten oder Prüfberichten mit Datum, Geltungsbereich, Methodik und Prüfinstanz. Fehlen funktionierende Links, sind PDFs reine Imagebroschüren oder liegen Beweise hinter Login-Wänden, schrillen die Alarmglocken. Achte auf konsistente Zahlen zwischen Produktseite, FAQ und Newsletter. Nutze Web Archive, um zu sehen, ob Angaben plötzlich geändert wurden. Dokumentiere Funde mit Screenshots und speichere Quellen lokal. Wenn Anbieter echte Transparenz wollen, erleichtern sie dir den Zugriff auf nachvollziehbare, vollständige Unterlagen statt dich durch Marketing-Floskeln zu schicken.
Starte mit einem ruhigen Scan der Produktseite, Screenshots inklusive. Notiere alle Aussagen zu Material, Energie, Wasser, Chemikalien, Verpackung, Versand und Kompensation. Prüfe, ob Zahlen eine Einheit, einen Zeitraum und eine Quelle haben. Kategorisiere Behauptungen nach Produkt, Bestellung oder Unternehmen. Suche nach Siegeln, Zertifikatsnummern und Links zu Prüfberichten. Halte Widersprüche fest, etwa unterschiedliche Recyclingangaben in Bild und Text. So entsteht ein tragfähiger Katalog, der die nächsten Schritte strukturiert.
Öffne verlinkte Nachweise und prüfe Datum, Gültigkeit, Prüfumfang und Unabhängigkeit. Ermittele Hotspots wie Färberei oder Energiequelle im Nähbetrieb. Vergleiche CO2e-Angaben mit öffentlich zugänglichen Emissionsfaktoren. Trenne Reduktionen von Kompensationen und bewerte deren Qualität. Prüfe, ob Systemgrenzen konsistent sind und die Funktionseinheit passt. Dokumentiere Unsicherheiten und Annahmen. So erhältst du eine belastbare Ersteinschätzung, die du später mit tieferen Daten verfeinern kannst.